Stark sein?! – abendliches Gedankenwirrwarr

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Einen schönen Abend ihr Lieben,

ich habe mir gerade einen koffeinfreien Karamell-Kaffee gemacht und esse ein ganz stinknormales Toastbrot, habe meine Kerzen an und der Fernseher läuft nebenbei lautlos.

Stark sein! Stark sein? Zwei Wörter die mit unterschiedlichen Satzzeichen eine vollkommen andere Bedeutung bekommen. Ich bin ein Mensch der immer versucht stark zu sein, für mich, meine Familie und Freunde. Ich bin ein lebensfroher Mensch, der gerne, viel und aus tiefstem Herzen lacht. Ich versuche immer da zu sein, wenn mich jemand braucht.
Aber auch ich habe mal Momente in denen ich alles, aber nicht stark bin. Da bin ich das kleine 4-jährige Mädchen was am liebsten bei Mama und Papa ankuscheln möchte und einfach in den Arm genommen werden möchte. Diese Momente sind nicht oft, aber sie sind da und es ist überhaupt nicht schlimm, dass sie da sind. Oft überkommen mich diese Momente abends wenn ich auf der Couch sitze und Fernseh schaue. Dann bricht es einfach aus mir heraus, ich sitze da und weine, weil mir manchmal alles gerade einfach zu viel ist. Die Arbeit, der Haushalt, meine Krankheit, meine Gefühle und das alleine wohnen.

Ich bin ja froh, dass ich noch Vollzeit arbeiten kann und dankbar das ich einen Festvertrag habe. Doch manchmal bin ich nach Feierabend echt platt und möchte mich nur noch ins Bett verkriechen. Ich bekomme meinen Haushalt wunderbar hin, auch wenn es Arbeiten gibt, wie wischen und Fenster putzen die ich mache, weil sie gemacht werden müssen, genau so wie abwaschen. Ich hasse es einfach. Wenn ich den Platz hätte, ich hätte eine Geschirrspülmaschine :-D. Die MS – Multiple Sklerose, sie ist Fluch und Segen auf einmal. Sie zeigt mir ganz klar meine Grenzen auf, aber ich habe auch gelernt mehr auf mich zu achten und auf meinen Körper zuhören. Was wir alle deutlich mehr machen sollten. Meine Gefühle, ja was soll ich dazu sagen?! Ich bin ein sehr gefühlsbetonter Mensch, mal still und zurückgezogen, mal explodiere ich wie ein Vulkan. Wenn ich für jemanden Gefühle entwickel, liebe ich zu 100% mit Haut und Haar. Genauso ist es aber auch mit Menschen, die mir weh getan haben, auch wenn ich versuche es nicht so sehr an mich ranzulassen, tut es einfach verdammt nochmal weh, verletzt zu werden. Und solche Menschen würde ich manchmal einfach dahin wünschen, wo der Pfeffer wächst, Hauptsache ganz weit weg von mir wo sie mir einfach nicht über den Weg laufen können und ich sie nicht sehen muss.

Manchmal muss man sich selber zugestehen dass es vollkommen Okay ist, auch mal schwäche zu zeigen. Schwäche ist ja keine negative Eigenschaft, sie zeigt nur das wir nicht total gefühlskalt und stumpf, uns und unserem Gegenüber, sind. Ich finde, dass wird viel zu oft vergessen. In dieser Welt in der vermittelt wird, dass scheinbar alle immer und überall glücklich sind und keine Probleme haben. Jeder hat Probleme, klar würde keiner ein Foto auf Instagram, Facebook und Co. hochladen auf dem man total verheult aussieht. Würde ich auch nicht machen. Aber wir sollten uns einfach mehr Schwächen erlauben. Wer Schwächen hat, zu dieses steht, kann an ihnen arbeiten und daraus Stärke gewinnen. Immer stark sein macht auf Dauer den Menschen nur kaputt, weil Gefühle unterdrückt werden.

So mein Kaffee ist jetzt auch wieder kalt^^ und ich wünsche euch einen schönen Abend und hoffe ihr konntet mit meinem abendlichen Gedankenwirrwarr etwas anfangen.

Liebe Grüße

Jeannie

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